Raubopfer aus Hambühren

Der zweite Prozesstag zur Aufklärung einer brutalen Raubserie in Celle und Hambühren begann mit Problemen.

Einer der insgesamt vier Angeklagten glänzte durch Abwesenheit. Danach begann die Beweisaufnahme mit schockierenden Details.

CELLE. Anschließend begann die Beweisaufnahme mit schockierenden Details. Am frühen Abend des 24. Novembers radelte eine Geschäftsfrau von Celle nach Hambühren. Nur eine Helmlampe erhellte ihren Weg. Wenige Meter vor dem Ortseingang lauerten drei dunkel gekleidete Gestalten. Als die Zeugin an ihnen vorbeifuhr, schlug ihr einer der Widersacher auf den Oberarm. „Es herrschte eine aggressive Stimmung. Die Täter waren routiniert und ruhig. Die wollten mich von der Bildfläche verschwinden lassen“, sagte sie.

Die Peiniger schirmten ihr Opfer so ab, dass andere Verkehrsteilnehmer an der B 214 nichts von dem Geschehen mitbekamen. Die Beschuldigten zogen die 49-Jährige rund 20 Meter tief in den Wald und gingen brutal vor. Die Geschädigte musste auf dem Boden knien, während das Trio ihre Kleidung vergeblich nach Bargeld absuchte.

Ein Täter schlug mit einem Siegelring auf das Kinn der Zeugin. Sein Komplize fesselte sie mit dem Führstrick eines Pferdehalfters an einen Baum, der dritte Mann hielt die Straße im Blick. Mit dem Handy und dem Rad des Opfers flüchteten die Räuber. Die 49-Jährige schilderte das Grauen in gedämpfter Tonlage, bis heute wirken die Folgen des Verbrechens nach. Das zeige sich durch Konzentrationsstörungen und der Furcht vor Menschenmassen. „Ich hatte Todesangst“, betonte sie.

Zivilcourage zeigte ein 39-Jähriger, der mit seinem Auto eine Vollbremsung einlegte, als die Verletzte taumelnd auf der Fahrbahn stand. Seine Frau wählte den Notruf, dann nahm die Familie laut hupend die Verfolgung auf. „Wir konnten die nicht davon kommen lassen“, sagte der Arbeiter. In einem günstigen Moment versperrte der Mutige den Männern mit seinem Wagen den Weg. Wenig später klickten die Handschellen.

Richter Franz Kompisch kündigte an, dass sich die angeklagten afghanischen Flüchtlinge in der Uniklinik Hamburg-Eppendorf untersuchen lassen müssen, um deren exaktes Alter zu ermitteln. Der Prozess wird fortgesetzt. Mitte Mai soll das Urteil fallen.

 Autor: Benjamin Reimers, am 06.04.2017 / Cellesche Zeitung http://www.cellesche-zeitung.de/S5230446/Raubopfer-aus-Hambuehren-Ich-hatte-Todesangst
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s