Südlink-Erdkabeltrasse soll durch den Landkreis gehen

CELLE. Die so genannte “Strom-Autobahn” wird voraussichtlich durch den Landkreis Celle gehen. Die Stromtrasse soll Windstrom von den Küsten in den Süden Deutschlands transportieren und nach Widerstand aus der Bevölkerung statt Freileitung an Masten in Form von Erdkabeln verlegt werden. Heute gab es dazu erste Informationen vom Betreiber Tennet. Hierzu erklärt der heimische CDU- Bundestagsabgeordnete Henning Otte:

“Der Vorschlagskorridor ist nach Auskunft von Tennet im Rahmen eines Prüfungsprozesses entstanden. Deswegen müssen wir davon ausgehen, dass die Bundesnetzagentur den vorgeschlagenen Korridor akzeptieren wird. Eine genaue Trasse wird nach einer Berücksichtigung von weiteren Kriterien festgelegt.

Mir ist wichtig, dass die Gebietshoheit der Kommunen nicht untergraben wird und die Interessen der Grundstückseigentümer sichergestellt werden. Deswegen müssen diese frühzeitig beteiligt werden. Ich sehe es als erforderlich an, dass für den Bau diejenige Technik angewandt wird, die die Auswirkungen so gering wie möglich hält. Für den gesamten Eingriff im Rahmen der SuedLink-Trasse fordere ich eine ordentliche Entschädigung für die betroffenen Grundeigentümer. Wir lassen Tennet nicht aus der Verantwortung.

Ich hoffe, dass Tennet morgen (Mi., 8. März) bei der Vorstellung des Vorschlagskorridors in Walsrode auf Landesebene detaillierte Pläne vorlegen wird.

Hintergrund ist, dass im September 2016 die möglichen Korridorvorschläge für Erdkabel vorgestellt wurden, nachdem der Bundestag einen Vorrang von Erdkabeln beschlossen hatte. Am 10. November 2016 erfolgte auch in Celle eine informelle Beteiligung. Die verschiedenen Anregungen wurden in den jetzigen Vorschlagskorridor eingearbeitet. Dieser wird am 17. März 2017 bei der Bundesnetzagentur eingereicht, damit sie die Unterlagen prüfen kann. Bereits in Kürze werden die detaillierten Unterlagen zu SuedLink auch öffentlich einsehbar sein. Es folgen Antragskonferenzen, zu denen Träger öffentlicher Belange, Umweltverbände und Landesbehörden eingeladen sind und an denen alle interessierten Bürger teilnehmen können. Am Ende der Bundesfachplanung wird die Behörde einen Trassenkorridor festlegen. Darauf basiert das folgende Planfeststellungsverfahren, in dem die genaue Trasse festgelegt wird. Die Bundesfachplanung könnte dann bis Ende 2018 abgeschlossen sein und die Baugenehmigung bis 2020 oder 2021 vorliegen. Unter diesen Voraussetzungen könne die etwa 10 Mrd. Euro teure Stromtrasse 2025 seine Funktion als „Hauptschlagader der Energiewende“ aufnehmen.

Der Vorschlagskorridor verläuft von Wietzendorf kommend westlich von Bergen und östlich von Hambühren an Celle vorbei. Wie der Geschäftsführer von Tennet, Lex Hartmann, betont, handele es sich beim Vorschlagskorridor um keine Vorfestlegung, aber aus formellen Gründen sei sein Unternehmen verpflichtet, einen konkreten Vorschlag einzureichen. Die vom Bund beauftragte Firma werde jedoch der Bundesnetzagentur vorschlagen, eine weitere Variante (westlich der A 7) ebenso genau zu prüfen. Sicher sei, dass die gesamte Trasse unterirdisch verlegt werde. Nur auf Wunsch können Kommunen bei einzelnen Abschnitten auf Überlandleitungen ausweichen. Dies müsse die Bundesnetzagentur dann genehmigen. Tennet versichert, mit der Politik darüber reden zu wollen, wie die Landwirte über das gesetzlich ohnehin garantierte Mindestmaß hinaus entschädigt werden können.

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