Pseudowut: Wie kann ich meinen Hund schützen ?

Die Übertragung des Virus aus der Wildschweinpopulation auf Hunde sei äußerst selten, so der Landkreissprecher aus Osnabrück. Das spreche dafür, dass die Infektion trotz Vorkommens beim Wildschwein nicht so leicht auf den Hund/Jagdhund überspringe. / Quelle: Osnabrücker Zeitung

Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es nicht. Sie verläuft in der Regel tödlich. Tierärzte raten deshalb Hunde- und Katzenhaltern, ihre Vierbeiner auf keinen Fall mit rohem Schweinefleisch oder ungekochten Schweineknochen zu füttern. Schweinefleisch bzw. dessen Bestandteile sollten nur gefüttert werden, wenn es vorher bei mindestens 80 Grad Celsius erhitzt bzw. mindestens sechs Wochen bei minus 18 Grad tiefgekühlt wurde. Ähnlich ist bei Fleisch von Wildschweinen zu verfahren. Das Fleisch von Hausschweinen, die in Deutschland gehalten wurden, sei als unbedenklich anzusehen. Dennoch mache es Sinn, generell kein rohes Schweinefleisch/Wildschweinfleisch an Hunde zu verfüttern. Zudem sollten Privathunde von Wildschweinen ferngehalten werden (kein Freilauf im Wald). Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Wie verbreitet ist die Pseudowut?

Nach Angaben von Aktion Tier sind in Deutschland jüngst wieder vereinzelt Fälle von AK (Pseudowut) aufgetreten, darunter in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Bayern. In Thüringen sei ein Jagdhund eingeschläfert worden. Er soll sich bei einer Jagd an einem infizierten Wildschwein festgebissen haben.

Die Hausschweinpopulation Deutschlands gilt seit 2003 frei von der AK , sagt der Sprecher des Landkreises Osnabrück. Bei Wildschweinen komme AK vor, jedoch sei die Bedrohung der Hausschweine durch die Infektion bei den Wildschweinen vergleichsweise gering, was aus Langzeitbeobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen abgeleitet werden könne. Wachsamkeit und Vorsorgemaßnahmen seien dennoch sinnvoll und notwendig.

Im Jahr 2014 wurden im Einzugsgebiet des Lebensmittel- und Veterinärinstituts Braunschweig/Hannover des LAVES insgesamt etwa 3000 Blutproben von Wildschweinen untersucht. Bei 41 erlegten Wildschweinen aus den gefährdeten Gebieten konnte die Aujeszkysche Krankheit serologisch nachgewiesen werden. Um eine Übertragung der Aujeszkyschen Krankheit vom Wildtierbestand auf die Hausschweinepopulation zu verhindern, ist es unbedingt erforderlich, Hausschweinebestände vor einem Kontakt mit Schwarzwild zu schützen.

Wie überträgt sich die Infektion?

Nach Auskunft des Veterinäramtes Osnabrück gab es bei Hausschweinen seit 2001 keinen Fall von AK mehr. In Schweinebeständen wird der Erreger meist durch gesunde, aber latent infizierte Tiere sowie durch Futter oder Personal eingeschleppt. In Gebieten mit dichter Schweinehaltung kann sich die AK rasch ausbreiten. Innerhalb eines Bestandes erfolgt die Übertragung in der Regel durch direkten Kontakt. Ansteckungsquellen sind in erster Linie das Nasensekret, aber auch Milch und Sperma. Tragende Sauen verbreiten das Virus über abortierte Feten, die Plazenta und den Vaginalfluss.

Krankheit wird durch Virus verursacht

Die AK ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die staatlich bekämpft wird. Es ist eine Krankheit, die durch ein Virus verursacht wird. Der Erreger ist am besten an das Schwein angepasst und verursacht daher beim Schwein nicht so gravierende Krankheitserscheinungen als bei anderen Tierarten, die eher als Nebenwirte anzusprechen sind. Die AK verursacht(e) erhebliche ökonomische Schäden und Verluste in der Schweineproduktion. Infolge der Implementierung eines strikten nationalen Bekämpfungsprogrammes konnte die AK in der Hausschweinepopulation Deutschlands getilgt werden.

Seit 2003 gilt Deutschland offiziell als frei von AK. Die Aufrechterhaltung des AK-freien Status ist an jährliche serologische Untersuchungen in Hausschweinebeständen gemäß eines zweistufigen Stichprobenplanes gekoppelt. Trotz AK-Freiheit in den Hausschweinebeständen kommt das PrV weiterhin in Schwarzwildbeständen Deutschlands vor.

Erreger der AK ist ein Herpesvirus (SHV-1) der Familie Herpesviridae. Eine wesentliche Eigenschaft dieser Virusfamilie ist die lebenslang bestehen bleibende Infektion. Hierbei können sich klinisch manifeste Phasen mit Virusausscheidung und klinisch unauffällige Phasen ohne Virusausscheidung abwechseln. Diese Phase wird auch als latente Infektion bezeichnet. Der Erreger kann zum Beispiel durch Stress, Immunsuppression und andere Faktoren jederzeit reaktiviert werden, sodass eine erneute Virusausscheidung (mit und ohne klinische Symptome) erfolgt.

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