Ausbau Hambührener Kindergärten zu teuer ?

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Nach den Kostenkennwerten für den Bau von Kindergärten (DIN 276)  beträgt der aktuelle Mittelwert aus dem 1. Quartal 2016 für jeden realisierten Kindergartenplatz 22760 €.  In den wenigen Monaten bis  heute dürfte sich das Preisniveau kaum verändert haben. Nach der  Kostenermittlung der Planer für den Kindergartenausbau in Hambühren  ergibt sich je Kindergartenplatz ein Betrag von 32300 €. Das ergibt  eine ungewöhnlich hohe Kostensteigerung von  9540 €. Das sind unglaubliche 42% !

Die Planer haben anscheinend nicht nur für den Neubauteil, sondern auch für die Sanierungs- und Umbauarbeiten der vorhandenen Baukörper das gleiche Preisniveau angesetzt. Die Mehrkosten für das gesamte Bauvorhaben würden unter dieser Voraussetzung gegenüber einer Standardausführung insgesamt ca. 850.000 € betragen!

42-hambuehren-kita-steuerverschwendungKann sich die Gemeinde Hambühren bei dem bekanntlich hohen Schuldenstand eine derartig teure gehobene Luxusausführung leisten ? Kann sie wirklich Steuergelder in dieser Größenordnung vergeuden ?

Zur Überprüfung dieser ungewöhnlichen Kostenexplosion sollte ein neutraler Sachverständiger eingeschaltet werden, aber vorsichtshalber nicht auch noch aus der Nachbarschaft, sondern möglichst aus einem anderen Bundesland. Denn unter den Architekten und Ingenieuren der Baubranche soll es angeblich einen (Ehren)-Kodex geben, nach dem sogenannte Nestbeschmutzer wenig beliebt sein dürften. Wie ist ein derart hohes Preisniveau überhaupt möglich, das fernab von den Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu sein scheint?

Dazu habe ich keine Erklärung, sondern nur die nachstehende Vermutung.

Die Gemeinden im (wilden) Westen des Landkreises vergeben Planungsaufträge für ihre Bauvorhaben, ohne Angebotseinholung, ohne Ausschreibung, anscheinend vornehmlich freihändig an im gleichen Landkreisbereich ansässige Planungsbüros, die bei dieser Konstellation aus Eigennutz ein ihnen genehmes hohes Preisniveau aufrecht erhalten können.

Die hohen Kosten realisierter Bauvorhaben, zum Beispiel die Aufrüstung beider Grundschulen zu Ganztagsschulen bestärken die Vermutung. Die kommunalen Auftraggeber scheinen davon auszugehen, dass die Planungshonorare in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und  Ingenieure) verbindlich vorgegeben sind und folglich von allen Planungsbüros einzuhalten sind. Sie vergessen anscheinend, dass unterschiedliche Honorarpreise durchaus möglich sind, z.B. durch unterschiedliche Einschätzung der Schwierigkeitsgrade von Planungsleistungen, die in der HOAI als Honorarzonen bezeichnet werden.

Dabei gibt es sicherlich einen gewissen Bewertungsspielraum, der es den Planern bei Angeboten ermöglicht mehr oder weniger kostenintensive Honorarzonen zu wählen.  Die kommunalen Auftraggeber berücksichtigen wohl auch nicht, dass die Honorarhöhe von der Höhe der Bausummen abhängig ist. Je teurer das Bauvorhaben, umso höher ist das Honorar, das für die Planungsleistungen eines derartigen Bauvorhabens ca. 10% der Bausumme  betragen dürfte.

verschwendung-hambuehren-kitaBei dem akuten Projekt würde bei der anscheinend überhöhten Bausumme von ca. 850.000 € ein zusätzliches Honorar von 85.000 € anfallen. Die Planer sind sicherlich nicht an einer Änderung der für sie vorteilhaften gesetzlich vorgegebenen Honorarordnung für kommunale Planungsaufträge interessiert und vermutlich genau so wenig an ihre Honorare schmälernden preiswerten Bauvorhaben !

Die von Kommunen einzuhaltende starre Honorarordnung ist für die Privatwirtschaft nicht bindend. Hier werden Planungsleistungen meistens zu ausgehandelten Festpreisen vergeben, oft auch mit einer Klausel zur finanziellen prozentualen Beteiligung der Planer an Einsparungen. Besonders aus vorstehendem Grund haben bereits nicht wenige Kommunen Wirtschaftsbetriebe gegründet, meistens in Form einer GmbH, die dann  ebenfalls privatwirtschaftlich agieren können und nicht mehr an die   starren Regeln für Kommunen gebunden sind. Die Wirtschaftsbetriebe können viele Aufgaben kostengünstiger leisten. Kommunen die diese  Betriebsform bereits nutzen haben kaum Schuldenprobleme. Aufgrund der während meiner früheren Berufstätigkeit gesammelten Erfahrungen, als leitender Mitarbeiter von auch an kommunalen Bauvorhaben beteiligten   Unternehmen und auch als freiberuflicher Planer in dem Metier, kann   ich der Gemeinde Hambühren nur empfehlen ebenfalls von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. / Egon Kiehne

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