Grundstücksverkauf Neubaugebiet “Nördlich auf dem Kampe”

Während der öffentlichen Ratssitzung am 29.09.2016 wurde u a. über die   Höhe der Grundstückspreise für das Neubaugebiet “Nördlich auf dem Kampe”  beraten. Die von den Fraktionen erfolgten Vorschläge bewegen sich innerhalb einer Preisspanne von 75 bis 90 Euro/qm.

Die dazu   aufgrund unterschiedlicher Prioritäten erfolgten Begründungen sind   durchaus nachvollziehbar. Eine Einigung ist aber noch nicht erfolgt.

Nach erfolgtem Inkrafttreten der Richtlinie des Europäischen   Parlaments “2014/17/EU” über Wohnimmobilienkreditverträge zur   Gegensteuerung einer neuen Immobilienblase haben die Kreditinstitute   Auflagen zur Finanzierung von Immobilien einzuhalten. Danach ist die   Gewährung eines Darlehens von der Höhe des Eigenkapitals und dem Nachweis der Kreditwürdigkeit zur sicheren Darlehensbedienung   abhängig. Lediglich eine Grundschuldeintragung ist zur Absicherung eines Darlehens nicht mehr ausreichend.

In Zukunft wird es wohl nicht mehr möglich sein, mit geringem   Eigenkapital, oder sogar zu 100% fremd finanzierte Immobilien zu   erwerben. Viele Kreditinstitute setzen für die Gewährung von Darlehen   für Neubauten einen hohen Eigenkapitalanteil voraus, angeblich ca. 40% der Kauf- bzw. Bausumme.  Bedingt durch die extrem niedrigen Zinsen boomt die Baukonjunktur. Die   Preise für Neubauten sind erheblich angestiegen, folglich auch die für   neue Eigenheime und Eigentumswohnungen. Besonders im ländlichen Bereich wie in Hambühren liegen die Neubaupreise wesentlich über den   Kaufpreisen vorhandener Immobilien. Die Kreditinstitute fordern   deshalb den höheren Eigenkapitalanteil, oder auch andere gleichwertige   Sicherheiten, um bei einer eventuellen Verwertung bzw.   Zwangsversteigerung von Immobilien kein Verlustgeschäft zu riskieren.

Nicht einfach dürfte auch der zusätzlich geforderte Nachweis zur   sicheren Darlehensbedienung für in der freien Wirtschaft tätige   Selbstständige sowie für Arbeitnehmer sein. Fast unmöglich wird der   Nachweis für Senioren sein und auch nicht leicht für kinderreiche   Familien. Einen derartigen Nachweis können problemlos eigentlich nur   unkündbare Arbeitnehmer wie Staatsbedienstete und Beamte erbringen. Durch die Auflagen der sicherlich gut gemeinten EU- Richtlinie ist für   den Erwerb von Eigenheimen die Entwicklung einer Zweiklassengesellschaft zu befürchten.

Wahrscheinlich handelt es sich bei den Grundstückskaufinteressenten im   geplanten Neubaugebiet nicht nur um wohlbetuchte Bürger, für die die   Finanzierungsauflagen kein Hindernis darstellen. Die Gemeinde sollte   davon ausgehen, dass ein Teil der Interessenten wegen der durch die   EU- Auflagen erschwerte Baufinanzierung wieder abspringen wird. Auch   der im Vergleich zu Grundstückspreisen in Nachbargemeinden angedachte   verhältnismäßig hohe Preis könnte Kaufinteressenten abschrecken. Von einem kurzfristigen Verkauf der Grundstücke sollte die Gemeinde nicht ausgehen. / Wilfried Herrmann

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