Das Phänomen des „Protestwählers“

Als Protestwähler werden solche Wähler bezeichnet, deren Stimmabgabe aus einer politischen Unzufriedenheit heraus als Zeichen des Protestes abgegeben wird.

Das Phänomen des Protestwählers ist methodisch schwer zu fassen, da der Protest nicht artikuliert wird und deshalb nur indirekt aus einer Wahlanalyse erschlossen werden kann.[1] Dabei bleibt zunächst unklar, ob die Wahlentscheidung des Bürgers für Parteien am linken oder rechten Rand des Parteienspektrums aus Protest oder aus Überzeugung geschah.[2] Protestwähler gelten nach herkömmlicher Meinung als mehrheitlich nicht ideologisch festgelegt.[3] Ihre Wahlpräferenz schwanke zwischen links- und rechtspopulistischen Parteien sowie der Nichtwahl.[3] Dementsprechend werden unter den Protestwählern viele Wechselwähler verortet. Umstritten ist, inwieweit Wähler der Grünen in den 1980er Jahren, der PDS/Linken oder der Piratenpartei als Protestwähler zu bezeichnen sind.[1]

Franz Urban Pappi beschrieb den Typus des rationalen Protestwählers. Dieser steht in der Regel eher den Volksparteien näher, wählt aber eine kleine radikale Partei, die keine realistische Machtaussicht hat, um die großen Parteien zu einer Änderung ihrer Politik zu zwingen.[4] Die Nichtwahl kann eine abgeschwächte Variante dieser Haltung sein.

Detaillierte Befragungen über die Motive und Absichten von Wählern ergaben, dass die meisten Wähler von Parteien an den Rändern des Parteiensystems durchaus eine gewisse Parteibindung aufweisen oder die Partei aufgrund bestimmter Politikfelder wählen.[5] Weniger als ein Drittel der Befragten gab dagegen Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien und deren Spitzenkandidaten als Grund seiner Wahlentscheidung an.[6] Wähler von Kleinparteien, auch von solchen an den Rändern, generell als Protestwähler einzustufen, ist demnach zu undifferenziert.[7]

Je bedeutender eine Wahl ist, desto geringer fallen tendenziell die Anteile der Protestwähler aus. So gelang noch nie bei einer Bundestagswahl einer rechtsradikalen oder rechtsextremen Partei der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde, während bei Landtagswahlen mehrfach der Einzug in die Parlamente gelang (NPD, REP, DVU). Als Ursache wird ein höherer Respekt vor solchen Wahlen angenommen.[1]

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Quelle: CellescheZeitung

Allensbach-Studie: Heute lieber nicht an morgen denken | ZEIT ONLINE

Zum vierten Mal hat der GDV das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) beauftragt, die „Generation Mitte“ zu ihren Einstellungen sowie zu ihrer Einschätzung gesellschaftlich relevanter Themen zu befragen. In diesem Jahr standen die Themen Gerechtigkeit, Zuwanderung und Altersvorsorge im Mittelpunkt der Studie. Dafür hat das IfD in einer repräsentativen Umfrage 1.100 Personen im Alter von 30 bis 59 Jahren befragt. Die zentralen Erkenntnisse der diesjährigen Studie.

http://www.gdv.de/2016/09/generation-mitte-2016-die-studienergebnisse-im-ueberblick/

Die kritische Bewertung zahlreicher Themenfelder durch die „Generation Mitte“ führt auch insgesamt zu einer überwiegend negativen Einschätzung der gesellschaftlichen Lage und Entwicklung in Deutschland. „Die Verunsicherung der 30- bis 59-Jährigen ist gewachsen, ihr Zukunftsoptimismus steil zurückgegangen“, sagte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher.

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