17-Jährige soll auf Video zu sehen sein

Erneut Brandanschlag in Hambühren – 17-Jährige auf Video zu sehen

brand hambühren

Gleiche Zeit, gleicher Ort – dieselbe Täterin? In der Nacht zu gestern ist ein BMW im Hambührener Lärchenweg bei einem Brand komplett zerstört worden. Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Nach diversen Sachbeschädigungen in dem Viertel ist es nun schon der vierte Brand innerhalb von vier Wochen.

Jedes Mal wurde das Feuer vermutlich vorsätzlich in der Nacht von Montag auf Dienstag gelegt. Anwohner wollen eine 17-jährige Schülerin, auf deren Konto auch Kennzeichen-Diebstähle und Sachbeschädigungen gehen sollen, in der Nähe der Tatorte zweifelsfrei identifiziert haben. Auch auf einem Video soll sie zu sehen sein.

HAMBÜHREN. „Warum wird das Mädchen nicht gestoppt?“, fragt ein Anwohner, der aus Angst vor weiteren Anschlägen anonym bleiben will. Er berichtet, dass es ein Video geben soll, dass das Mädchen zeigt, wie es aus der Breslauer Straße läuft. Im Hintergrund sollen die Flammen zu sehen sein, die aus einer Doppelgarage schlagen. Diese und zwei Autos waren in der vergangenen Woche komplett zerstört worden. Die Polizei wollte die Existenz des Videos offiziell weder bestätigen noch dementieren. Das Problem: Selbst wenn die Schülerin auf dem Video zweifelsfrei identifiziert werden könnte, beweist das nicht, dass sie auch das Feuer gelegt hat.

Währenddessen wehrt sich der Direktor des Celler Amtsgerichts, Dieter-Philipp Klass, gegen die gegen die Justiz erhobenen Vorwürfe. „Wir unterliegen den Geboten der Rechtsstaatlichkeit und demnach gilt die Unschuldsvermutung“, sagt Klass. Durch die Staatsanwaltschaft seien bisher lediglich zwölf Straftaten – fünf Fälle von Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie zwei weitere Sachbeschädigungen – angeklagt worden. Die zuständige Richterin habe noch am Tag des Anklageeingangs alle Schritte eingeleitet. „Zeitnäher geht es nicht“, sagt Klass. Inzwischen wurde ein Gutachten über die Schülerin angefordert.

Weitere Möglichkeiten habe das Gericht derzeit nicht. „Wenn eine Person eine erhebliche gegenwärtige Gefahr für sich oder andere darstellt, gibt es präventive Möglichkeiten“, sagt Klass allgemein. Die im Raum stehenden Brandstiftungen sind jedoch offensichtlich noch nicht ermittelt und liegen dem Amtsgericht somit noch nicht vor. Für den Hambührener Fall bedeutet das, dass sich dann eine andere Sachlage ergeben kann, wenn die Staatsanwaltschaft die Brandstiftung anklagt oder eine andere Behörde die Brandstiftung zum Gegenstand eines Antrags macht.

Doch was passiert bis dahin? „Es wird wieder brennen“, sagt ein Anwohner resignierend.

Autor: Christopher Menge, Cellesche Zeitung  / Foto: Sebastian Gerull

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