Flüchtling soll Lehrer in Celle getötet haben

23.03.2016, 06:57 Uhr | t-online.de

mord lehrer celle-Ein Lehrer ist Anfang Februar in seinem Haus in Celle erschlagen worden. Die Polizei hat vergangene Woche einen 58-jährigen Verdächtigen festgenommen. Er soll als Flüchtling in der Unterkunft gelebt haben, in der das Opfer als Dolmetscher half. Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete, hätten sich der Lehrer iranischer Herkunft und der Flüchtling aus Afghanistan in der Asylunterkunft in Celle kennengelernt.
Der mutmaßliche Täter soll den Pädagogen Anfang Februar in seinem Haus besucht haben. Dort sei es zum Streit gekommen und der 58-jährige Verdächtige soll mit einem Stein und einer Metallschiene auf den Mann eingeschlagen haben. Es spricht vieles für eine „Beziehungstat“ Wie die „Welt“ berichtete bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft die Hintergründe. Die Einzelheiten zur Beziehung und Nationalität der beiden Männer habe man jetzt erst öffentlich gemacht, weil zu Beginn der Ermittlungen zu wenige Details bekannt gewesen seien, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Celle. Das Motiv des Mannes sei weiterhin unklar. „Derzeit spricht vieles dafür, dass es sich um eine Beziehungstat handelt, also um einen zwischenmenschlichen Konflikt“, erklärte ein Polizeisprecher.

Der mutmaßliche Täter wurde bereits vergangenen Donnerstag wegen des Verdachts des Totschlages festgenommen. Der Beschuldigte hat die Tat vor der Haftrichterin gestanden.

Am Dienstagmorgen erschien der Lehrer nicht in der Schule und ging auch nicht ans Telefon. Weil sich seine Kollegen Sorgen machten, fuhr ein Lehrer bei dem 55-Jährigen vorbei. Mit einem Ersatzschlüssel der Nachbarn kam er ins Haus und machte den grausigen Fund. Der Lehrer unterrichtete nach Angaben der Landesschulbehörde Mathe, Physik und Chemie an einer Oberschule in Celle. Anfang des Monats übernahm er außerdem eine Sprachlernklasse an einer Gesamtschule.

In seiner Freizeit engagierte sich der Lehrer ehrenamtlich in der Flüchtlingsunterkunft des Malteser Hilfsdiensts. Dort arbeitete er vor allem als Dolmetscher. Nach Angaben der Polizei nahm er auch Flüchtlinge bei sich zu Hause auf. Im Moment wohnten aber keine bei ihm. Die Polizei erklärte, sie sehe keine Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Tat.

Auf Facebook hinterließen Schüler und Eltern Beileidsbekundungen. Viele bezeichneten den 55-Jährigen als beliebten Lehrer und wunderbaren Menschen, der immer für seine Schüler da gewesen sei.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s