OLG Celle entscheidet im Hambührener Mordfall Frederike

 Hans von Möhlmann hält ein Foto seiner 1981 ermordeten Tochter Frederike in den Händen. Die Entscheidung im Zivilprozess um Klage auf Schmerzensgeld nach dem ungesühnten Mord an der 17-Jährigen ist zu seinen Ungunsten gefallen Berufung im Zivilverfahren: Heute befasst sich erneut ein Gericht mit dem 35 Jahre zurückliegenden Mord an der 17-jährigen Frederike. Der Vater des Mädchens, Hans von Möhlmann, verlangt Schmerzensgeld vom mutmaßlichen Täter. Das Landgericht Lüneburg hatte die Klage im Herbst abgelehnt: Ein Anspruch auf Schmerzensgeld sei verjährt. Das Oberlandesgericht Celle verhandelt nun im Berufungsverfahren über die Klage. Am Oberlandesgericht geht es um 7.000 Euro – doch der Betrag sei unwichtig, sagt von Möhlmann. Ihm geht es um eine Verurteilung des Mannes, den er für den Mörder seiner Tochter hält. Frederikes Vater hatte erfolglos dafür gekämpft, dass der Mord an seiner Tochter in einem erneuten Strafverfahren verhandelt wird. Nun bleibt ihm nur noch die Berufung im Schmerzensgeld-Verfahren. „Wir fechten das Urteil des Landgerichts mit dem Argument an, dass mein Mandant gar keine Chance hatte, seinen Anspruch rechtzeitig zu stellen“, sagte von Möhlmanns Anwalt Wolfram Schädler am Dienstag.
 CELLE. „Hans von Möhlmann führt demgegenüber beim Oberlandesgericht an, dass er den Schädiger erst nach 30 Jahren kennenlernte, als der Anspruch schon verjährt war“, sagt Rechtsanwalt Wolfram Schädler, der auf die Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte verweist. Die Verfahren seien im Grunde vergleichbar. „Es wird mit Spannung abzuwarten sein, wie das Oberlandesgericht Celle entscheidet“, sagt Schädler, der die Chancen 50 zu 50 einschätzt.

Frederike von Möhlmann aus Hambühren war am 4. November 1981 getötet worden. Das Landgericht Lüneburg verurteilte Ismet H. daraufhin am 1. Juli 1982 wegen Vergewaltigung und Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil in der Revision aufgehoben hatte, wurde er am 13. Mai 1983 in Stade vom Tatvorwurf rechtskräftig freigesprochen. Mit neuen, damals nicht möglichen Methoden wurden inzwischen an der Unterwäsche des Opfers Spuren von H. nachgewiesen.

Von Möhlmann kämpft daher auch dafür, dass die Strafprozessordnung so geändert wird, dass bei neuen DNA-Spurenergebnissen ausnahmsweise eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens möglich ist. Die Petition, die persönlich an Justizminister Heiko Maas übergeben werden soll, hat inzwischen knapp 100.500 Unterstützer. / Quelle: CZ

http://www.welt.de/vermischtes/article145372551/Wenn-der-Moerder-der-Tochter-neben-einem-sitzt.html

Online Petition des Vaters Hr. von Möhlmann

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