Bürgermeister bietet „klammheimlich“ Stelle als Ersten Gemeinderat an ?

Hambührens Bürgermeister soll Ratsherr Posten offeriert haben

UnbenanntHambührens Bürgermeister Thomas Herbst soll dem Ratsmitglied Hans-Günter Siewerin klammheimlich die Stelle als Erster Gemeinderat angeboten haben. Das machte dessen Frau im Gemeinderat öffentlich. Die Nummer zwei im Rathaus, Niels Jürgensen, wusste davon nichts.  (Quelle: CZ)

Hierzu ein Kommentar von Frau Inge Müller

VIEL LÄRM UM NICHTS – von William Shakespeare
Komödie – Uraufführung 1612

Oder:

OMINÖSES JOBANGEBOT – von Simon Ziegler, Cellesche Zeitung
„Komödie Absurd“  – im Dezember 2015

1. Auftritt
Der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde besucht seinen Kollegen, ein UFO-Ratsmitglied der Gemeinde. Man kennt sich, man schätzt sich und sitzt bequem im Wohnzimmer und spricht über dieses und jenes und vielleicht auch über die Position des Ersten Gemeinderates in der Gemeinde. Es ist nur eine Vermutung und es darf uns auch nicht weiter interessieren, denn der Schauplatz ist eine Privatwohnung und es ist ein vertrauliches Gespräch zwischen zwei Politikern die sich gut kennen.

2. Auftritt
Auftritt der Gemahlin des UFO-Politikers. Sie behauptet, während dieses Besuches hätte der Bürgermeister ihrem Gatten die Position des Ersten Gemeinderates angeboten. Leider ist diese Behauptung schwer nachvollziehbar, wenn überhaupt. Ihr Gatte ist langjähriges Ratsmitglied und kommunalrechtliche Vorschriften sind ihm bekannt. Wir, die Zuschauer wissen allerdings auch, dass diese Position ausgeschrieben werden muss und nur vom Gemeinderat genehmigt werden kann. Es ist daher besonders verwunderlich, dass Ziegler, der jahrelang über Kommunalpolitik schreibt, dieses Thema aufgegriffen hat. Was auch immer der Bürgermeister im Wohnzimmer derzeit versprochen haben soll, ist für alle irrelevant und ohne Bedeutung. Aber nicht für Simon Ziegler.

3. Auftritt
Der Verfasser der „Komödie Absurd “OMINÖSES JOBANGEBOT ist unbeirrt. Er wittert einen Skandal. Er besteht auf ein Interview mit dem Bauamtsleiter, denn er braucht unbedingt Unterstützung im Rathaus. Dieser lehnt jedoch jeden Kommentar ab. Er wird ja seine Gründe gehabt haben. Das hindert Ziegler allerdings nicht daran öffentlich darüber zu spekulieren, dass der Bauamtsleiter wohl wenig begeistert über das Vorgehen seines Vorgesetzten sein müsse. Kein Wunder, dass der Bauamtsleiter ihm eine Absage erteilt hat. Wir fragen uns allerdings zu diesem Zeitpunkt, welches Vorgehen meint Ziegler eigentlich?

4. Auftritt
Mit dem Ratsvorsitzenden der CDU hat er mehr Erfolg. Dieser findet das Verhalten des Bürgermeisters „ungewöhnlich“. Wir fragen uns: Welches Verhalten? Und er fügt noch hinzu: „Der Verwaltungschef hat auch eine Vorbildfunktion und Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern.“ Das wissen wir bereits, das ist selbstverständlich und wir erwarten das von jedem Politiker. Ein typischer Politikersatz, ohne jegliche Substanz. Allerdings auch eine unverständliche Reaktion. Denn: Was genau meint der Ratsvorsitzende der CDU? Verstößt ein privates und somit vertrauliches Gespräch im Wohnzimmer eines UFO Kollegen gegen Fürsorgepflicht und das einer Vorbildfunktion? Wohl kaum.

Zusammenfassung
Ziegler spricht von einem „klammheimlichen Angebot“. Und: „Unterm Strich ein ziemliches Kommunikationsdesaster.“ Dann folgt plötzlich die Einsicht, dass der Bürgermeister den Ersten Gemeinderat gar nicht selbst bestimmen könne und das UFO- Ratsmitglied den Posten ohnehin nicht wolle. VIEL LÄRM UM NICHTS.
Natürlich ist es ein Kommunikationsdesaster – aber für Simon Ziegler. Da helfen auch keine übergroßen schreienden Überschriften und Fotos. Der Schaden ist angerichtet.

Inge Müller, Dezember 2015 

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